Musik beeinflusst Gesundheit und Körperwahrnehmung

Musik wird oft als reine und zweckfreie Kunst angesehen; sie ist zwar weit verbreitet, dient aber lediglich der Unterhaltung. Außerdem macht sie evolutionär gesehen anscheinend keinen Sinn, doch sie wird aber auf der gesamten Welt verstanden. Wiegenlieder z. B. sind in allen Kulturen ähnlich: langsame, absteigende und einfache Tonfolgen.

Gemeinschaftliches Musikmachen ist sogar eine höchst anspruchsvolle Aufgabe für das Gehirn; hier werden sämtliche kognitiven Prozesse beansprucht. Musizieren beinhaltet Wahrnehmung, Handlung, Lernen, Gedächtnis, Emotion, soziales Verhalten usw. Wenn jemand Musik hört, wird das Gehörte in unterschiedlichen Bereichen des Gehirns verarbeitet. Sie kann sowohl zu therapeutischen Zwecken, als auch zur Stimulation verwendet werden. Über Musik und die ‚emotionale Schiene‘ können Menschen wesentlich eher aufgeputscht oder beruhigt werden, als über den Intellekt.

Auf der Bühne im Quadrath-Ichendorfer Bürgerhaus

Auf der Bühne im Quadrath-Ichendorfer Bürgerhaus

Eine Anekdote von Aristoteles belegt dies. Einst flanierte er am Strand und beobachtete eine Gruppe, die sich zu anregender, schneller Musik vergnügte. Plötzlich schlug die Stimmung um; es kam zu Streit, eine Schlägerei drohte. Schnell ging er zu den Musikern und bat diese, beruhigende Musik zu spielen. Innerhalb kürzester Zeit beruhigte sich die Stimmung wieder und sie konnten weiter zusammen feiern.

Foto nach dem gemeinsamen Auftritt mit den Paveiern

Foto nach dem gemeinsamen Auftritt mit den Paveiern

Hierdurch wird auch deutlich, dass der Mensch ein rhythmisches Lebewesen ist; dieser kann aber heutzutage schnell aus dem Takt geraten. Im Internet sind daher bereits zahlreiche Angebote zu finden, die ein harmonisches Zusammenspiel von Herzschlag, Atmung und Blutdruck mit Rhythmus zu fördern versuchen. Oft ist die Basis aller Übungen ein rhythmisches Klang-Konzept in Verbindung mit Atmen und Bewegung. Musik ist somit nicht nur ein Fest für die Ohren, sondern kann sich – therapeutisch angewendet – auch bei der Genesung von Krankheiten positiv auswirken.

Die Jugendgruppe probt im Vereinsheim

Die Jugendgruppe probt im Vereinsheim

Die Wirkung der Musik scheint also tief im Menschen verankert zu sein. Musik beeinflusst die Gehirnaktivität und wirkt direkt auf das limbische System. Dieser Bereich des Gehirns ist unter anderem für die Verarbeitung von Emotionen zuständig, zudem spielt er bei der Regulierung von Körpertemperatur und Blutdruck eine Rolle. Auch der Hormonhaushalt reagiert auf Töne und Klänge. Musik, die wir angenehm empfinden, führt beispielsweise zu einer verstärkten Ausschüttung des Botenstoffs Dopamin.

Das Jugendorchester auf einem Platzkonzert in Elsdorf

Das Jugendorchester auf einem Platzkonzert in Elsdorf

Die Musiktherapie arbeitet auf der Basis dieser Erkenntnis und stellt eine Form der Psychotherapie dar, bei der Musik als Medium beim Einzelnen oder in der Gruppe zur Behandlung von seelischen Konflikten, Störungen oder Erkrankungen eingesetzt wird. Dafür benötigt der Musiktherapeut neben seiner psychotherapeutischen Kompetenz eine besondere Identität als Musiker. Er richtet seine Fähigkeiten auf die Befindlichkeiten der ihm anvertrauten Patienten aus, durch Mittel der Improvisation, der Interaktion und Körpersprache in Bewegung, Tanz, Gesang und Spiel.

Konzert des Jugendorchesters auf der vereinsinternen Weihnachtsfeier

Konzert des Jugendorchesters auf der vereinsinternen Weihnachtsfeier

In der Medizin wurde Musik bereits seit dem Altertum zur Heilung zahlreicher Leiden eingesetzt. Aus dem Reich der Sumerer sind Tempelgesänge überliefert, die fest in Heilungsrituale eingebunden waren. Durch die Antike bis 1550 gehörte Musik fest zur Ausbildung der jeweiligen Mediziner, danach schwand aber leider ihre Bedeutung. In der Gegenwart erlebt die Musiktherapie jedoch nach dem zweiten Weltkrieg wieder einen starken Aufschwung. Heute wird Musiktherapie als „gezielter Einsatz von Musik im Rahmen der therapeutischen Beziehung zur Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung seelischer, körperlicher und geistiger Gesundheit“ definiert.

Auftritt des Jugendorchesters bei Rock the Church

Auftritt des Jugendorchesters bei Rock the Church

Erst seit zwei Jahrzehnten wird wieder wissenschaftlich der Einfluss von Musik auf die Gesundheit untersucht. „Natürlich kann Musik keine körperlichen Krankheiten wie Schnupfen heilen“, erläutert der Musikwissenschaftler Professor Heiner Gembris von der Universität Paderborn. „Doch schon allein das passive Hören von Musik kann entspannend und stressreduzierend wirken.“ Musikliebhaber können dies ohne Einschränkungen bestätigen! Noch günstiger wirkt jedoch aktives Musikmachen auf die Gesundheit. „In Studien berichten aktiv Musizierende von insgesamt gestiegener Lebensfreude und fühlen sich fitter. Zudem führt gemeinsames Musizieren zu mehr sozialen Kontakten“, sagt Gembris. Das alles trägt zu einer im weiteren Sinne verstandenen Gesundheit bei, die auch soziales und psychisches Wohlbefinden umfasst.

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Dem Musikverein „Blau-Weiss“ Quadrath-Ichendorf wurde das Prädikat als Träger der freien Jugendhilfe gem. § 75 SGB VIII verliehen, da er sich verstärkt der Kinder- und Jugendarbeit widmet. Wie oben ausgeführt, haben zahlreiche wissenschaftliche Studien bereits bestätigt, dass insbesondere Musik eine positive Auswirkung auf die Entwicklung des Einzelnen hat. Ein aktives Erleben von Gemeinschaft und Verantwortung fördert zudem die Leistungsbereitschaft – was für die hiesige Gesellschaft nur von Vorteil sein kann. Näheres hierzu kann dem Artikel ‚Jugendförderung durch Musik‘ auf dieser Site entnommen werden.

Wir würden uns freuen, wenn durch diesen Artikel bei Ihnen das Interesse am aktiven Musizieren geweckt wurde! Sie können gerne unsere Proben in unserem Vereinsheim, Auf der Helle 32a besuchen, um einen Eindruck von unserer Musik und Arbeit zu erhalten. Diese finden für unser Großes Orchester jeden Donnerstag zwischen 18:30 und 20:00 Uhr statt. Das Jugendorchester probt i. d. R. jeden zweiten Mittwoch am selben Ort auch von 18:30 – 20:00 Uhr.

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