Vereinsausflug in die Erdgeschichte

Unser Vereinsausflug wäre beinahe ins Wasser gefallen; zumindest schien es so, da es an diesem Tag in Strömen regnete. Doch ein Musiker für Schützen- und andere Umzüge darf nicht zu empfindlich sein – also fuhren wir pünktlich um 9:30 Uhr im gecharterten Reisebus vom Vereinsheim nach Mendig ab. Die Stimmung der über 30 Teilnehmer im Bus war gut – alle freuten sich darauf, etwas Neues kennenzulernen.

Diese Tour hatten wir ausgewählt, da ein Besuch im Lava-Dome, Felsenkeller und der Museumslay in Zusammenhang mit dem Thema der Jugendarbeit steht: Energie. So hatte die Jugendgruppe im April bereits das Braunkohle-Kraftwerk in Niederaußem besichtigt (siehe Bericht im FanBlog).

links: Ausflugsgruppe vor dem Lava-Dome in Mendig/ rechts: Logo des Deutschen Vulkanmuseums

Bis kurz vor Mendig regnete es; doch als wir am Lava-Dome ankamen, hörte es glücklicherweise auf. So kamen wir trockenen Hauptes zum Lava-Dome, wo uns zuerst etwas über den Eifeler Vulkanismus erläutert wurde. Jedoch wurde vorab in einer computer-animierten Show plastisch die Geschichte der beiden großen Vulkanausbrüche erläutert, die diese Region prägten.

‚Erläuterungen vor einer Schautafel

Unser Lava-Guide spannte hierbei einen Bogen über ca. 200.000 Jahre und erläuterte die Zusammenhänge zwischen Platentektonik, Magmakammern, Maaren, Calderas (Einbruchskrater) und anderen geologischen Phänomenen. Dabei bezog er besonders die jüngeren Vereinsmitglieder in seine Ausführungen mit ein, damit auch sie diese Naturgewalten verstanden.

Nach dem Überblick im Lava-Dome ging es für einige 32 m unter die Erde in den Felsenkeller; aber nicht alle wollten an der Besichtigung des Lavakellers teilnehmen. Hier wurde uns erläutert, wie hart das Leben früher in Mendig gewesen war. Unter Tage wurden zuerst jahrzehntelang Mühlsteine aus dem Basalt gehauen bis schließlich auch Bierbrauer diese Örtlichkeit mit seiner konstanten Temperatur von ca. 7 °C entdeckten. Aber auch als Filmkulisse oder Traualtar können die 3 km² des Lavakellers unter Mendig dienen.

Die Kellerkinder vor dem Zugang zum Lava-Keller

Von den 28 Brauereien, die hier ihr untergäriges Bier lagerten, existiert heutzutage nur noch eine. Und in dieser war unser Anschlusstermin: zum Mittagessen waren dort mehrere Tische für uns reserviert. Schon auf der Hinfahrt hatte jeder seinen Essenswunsch geäußert und die Wünsche waren bereits an die Küche weiter geleitet worden – daher mussten wir auch nicht lange auf unser Mittagsmahl warten.

Basaltkeller unter Mendig – Quelle: Flyer

Anschließend machte sich eine Gruppe von 15 Personen zur Wingertsbergwand auf, einem Gesteinsmassiv, an dem die Gewalt des Vulkanausbruchs vor rund 12.900 Jahren aus der Laacher-See-Caldera besonders anschaulich wird. Um dorthin zu gelangen, benötigte man bei gemütlichem Schritt ungefähr eine halbe Stunde – eine schöne Wanderung nach dem reichhaltigen Mittagessen.

Wanderführer und …

… -gruppe während der Rast an der Wingertsbergwand

Auf dem Rückweg kamen wir dann an der Museumslay vorbei, einem kleinen, frei zugänglichen Museum, in dem die Über-Tage-Einrichtungen ausgestellt werden, die Mendig einst zum Zentrum für den Mühlsteinexport machten. Hier wurde auch deutlich, wie gewaltig die Einrichtungen früher sein mussten, um die 1,5 t schweren Mühlsteine aus dem Basaltkeller zu hieven. Egal ob Grubenkran, Göpelwerk, Steinmetzhütte, Grubenschmiede oder andere Sehenswürdigkeiten: das harte Leben in früheren Zeiten wird so deutlicher, als am Modell.

  • Rechtzeitig vor dem wieder einsetzenden Regen erreichten wir das nur wenige Schritte entfernt liegende Brauhaus, wo diejenigen warteten, die nicht mitgegangen waren. Nachdem manche noch Andenken im dortigen Shop erstanden hatten, stiegen wir wieder in den Bus, um die Rückfahrt anzutreten. Allgemeiner Tenor zu diesem Vereinsausflug war: toll organisiert und sehr interessant – so etwas Ähnliches kann und sollte wiederholt werden!

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