Musikalische Förderung in Quadrath-Ichendorf

Start am Seniorenzentrum zur Fronleichnahmsprozession
Start am Seniorenzentrum zur Fronleichnahmsprozession

Margot Hielscher, eine Leinwand-Legende der 1950er-Jahre, sagte einmal, ein Leben ohne Musik sei ein Irrtum! Den Wahrheitsgehalt dieser Äußerung belegt die Realität: kein Fest ohne Musik, seien es gesellschaftliche oder kirchliche Ereignisse, wie Nationalhymnen zur WM, bei Schützenfesten oder Weihnachtslieder. Egal ob fröhliche oder traurige Anlässe, wie Karneval oder Volkstrauertag – Musik ist stets dabei und verstärkt die Stimmung.

Aber nicht nur dazu eignet sich Musik! Auch für die Entwicklung eines Menschen ist sie bedeutsam. Einerseits vermittelt musizieren einen Zugang zur Kultur, andererseits wirkt es sich positiv auf das geistige Potential des Einzelnen aus. Zugleich fördern musikalische Aktivitäten die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen und steigern deren kreative Potenziale.

Unser Großes Orchester
Unser Großes Orchester

Dies hat auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung erkannt und fördert seit 2009 in NRW das JeKi-Programm (Jedem Kind ein Instrument) mit ca. 1,0 Mio. € im Ruhrgebiet. Hier im Ort fördert dagegen der Musikverein „Blau-Weiss“ Quadrath-Ichendorf Kinder und Jugendliche musikalisch seit über 40 Jahren. Aufgrund seines Engagements in Sachen Jugendarbeit wurde er als Träger der freien Jugendhilfe gem. § 75 SGB VIII anerkannt.

Das Jugendorchester auf einem Platzkonzert im Innenhof von Schloss Paffendorf
Das Jugendorchester auf einem Platzkonzert im Innenhof von Schloss Paffendorf

Musikbezogene Erfahrungen und das Verstehen von Musik findet lt. Wikipedia und trotz des JeKi-Programms an allgemeinbildenden Schulen in Deutschland aber immer weniger statt. Weil das Fach Musik bei Eltern, Schülern und Politikern einen geringen Stellenwert hat, geht dadurch ein Element zur Sozialisation von Kindern und Jugendlichen verloren. Musikalische Sozialisation beschränkt sich heutzutage zunehmend auf den Konsum eines kleinen Ausschnittes populärer Musik. Diesem drohenden Verlust an kulturellem Reichtum versucht der Musikverein „Blau-Weiss“ Quadrath-Ichendorf durch persönliches Engagement seiner Mitglieder entgegen zu treten.

Mitglieder des Jugendorchesters während einer Pause in Glesch...
Mitglieder des Jugendorchesters während einer Pause in Glesch…

Das hiesige Blasorchester ist als gemeinnützig anerkannt und bildet seinen Nachwuchs selbst aus. Dabei werden Bücher der Reihe „Yamaha BläserKlasse – Essential Elements“ eingesetzt. Diese Reihe ist speziell für Blasinstrumente konzipiert worden und zwar für den schulischen Unterricht; doch jahrelange Erfahrung hat gezeigt, dass dieses Konzept auch beim Musikverein „Blau-Weiss“ Quadrath-Ichendorf hervorragend funktioniert.

...und während der Probe im Vereinsheim
…und während der Probe im Vereinsheim

Sobald die ersten Grundbegriffe erlernt sind, werden die jungen Musiker in das Jugendorchester integriert. Dabei können erste Erfahrungen mit Auftritten gesammelt: z. B. beim Weihnachtskonzert im AWO-Seniorenzentrum oder zum 100-jährigen Jubiläum der Ichendorfer Kirche Heilig Kreuz zu Rock the Church. Hier trat unser Jugendorchester beispielsweise als zweiter Act nach Conrad Szczuka und vor den beiden Lokalgrößen Heiopeis und Pleasemühle auf. Unser 18 Musiker starkes Jugendorchester freute sich, den zahlreichen Anwesenden etwas aus ihrem recht umfangreichen Repertoire präsentieren zu dürfen.

Das Jugendorchester spielt im Seniorenheim...
Das Jugendorchester spielt im Seniorenheim…

Dabei konnten die Zuhörer erleben, wie junge Musiker von uns gefördert werden. Die ersten drei Filmmelodien, die sie spielten, waren eine Auswahl, mit der unsere Musikalische Leiterin, unsere jüngsten Musiker an ein Spielen im Orchester heranführt. Mit anderen im gleichen Rhythmus und dieselbe Melodie zu spielen, stellt eine gänzlich andere Herausforderung dar als Solo-Darbietungen. Danach folgten noch einige andere Musikstücke, die nicht ganz so ruhig wie die vorangegangenen waren und einen höheren Anspruch an das Können der Musiker stellten.

...genauso wie bei Rock the Church in Heilig Kreuz
…genauso wie bei Rock the Church in Heilig Kreuz

Gemeinschaftliches Musikmachen ist nämlich eine höchst anspruchsvolle Aufgabe für das Gehirn; hier werden sämtliche kognitiven Prozesse zugleich beansprucht. Musizieren beinhaltet Wahrnehmung, Handlung, Lernen, Gedächtnis, Emotion, soziales Verhalten usw. Wenn jemand Musik hört, wird das Gehörte in unterschiedlichen Bereichen des Gehirns verarbeitet; noch effektiver ist folglich musizieren selbst.

Prüflinge und Prüfer vor dem Vereinsheim
Prüflinge und Prüfer vor dem Vereinsheim

Musikalische Fortschritte können dabei sogar durch Prüfungen belegt werden. Zum Einstieg können Lehrgänge im E-Bereich gemacht werden; diese wenden sich an junge Musiker, die mit musikalischer Weiterbildung anfangen möchten. Die D1-Prüfung wäre dann eine erste Stufe einer langen Reihe von Prüfungen. Nach drei D-Prüfungen können ebenso viele in C- und B-Bereichen bestanden werden. Auf diese Art und Weise ist es möglich, sich bis zum Konzertdirigenten weiter zu bilden.

LogoRundWir würden uns freuen, wenn durch diesen Artikel bei Ihnen das Interesse am aktiven Musizieren geweckt wurde! Sie können gerne unsere Proben in unserem Vereinsheim, Auf der Helle 32a besuchen, um einen Eindruck von unserer Arbeit zu erhalten. Diese finden für unser Großes Orchester jeden Donnerstag zwischen 18:30 und 20:00 Uhr statt. Das Jugendorchester probt i. d. R. jeden zweiten Mittwoch am selben Ort auch von 18:30 – 20:00 Uhr.

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