Musikalische Prüfungen beim Musikverein

Musizieren weckt sowohl bei Kindern und Jugendlichen, als auch bei älteren Musikern das Interesse an Musik und das Bedürfnis, sich musikalisch weiter zu entwickeln. Um diesem Bedürfnis gerecht zu werden, bieten sowohl LandesMusikVerband (LMV) als auch der Volksmusikerbund (VMB) entsprechende Prüfungen an, bei denen man sich sogar bis zum Konzertdirigenten weiterbilden (lassen) kann.

Prüflinge und Prüfer vor dem Vereinsheim

Prüflinge und Prüfer vor dem Vereinsheim

Zum Einstieg könnten Lehrgänge im E-Bereich gemacht werden; diese wenden sich an junge Musiker, die mit musikalischer Weiterbildung anfangen möchten. Die D1-Prüfung ist dann die erste Stufe einer langen Reihe von Prüfungen; nach drei D-Prüfungen können ebenso viele in C- und B-Bereichen bestanden werden.

Adrian, Klarinette

Adrian, Klarinette

Üblicherweise können Musiker in Lehrgängen, die von o. g. Verbänden angeboten werden, somit ihre musikalischen Fähigkeiten erweitern. Der Musikverein „Blau-Weiss“ Quadrath-Ichendorf musste die Aus- und Weiterbildung aber in Eigenregie durchführen, da die Verbände diese Maßnahmen nur je Instrumentengruppe anbieten – und das immer zu unterschiedlichen Zeitpunkten.

Hätten wir das in Anspruch genommen, müssten alle Musiker kreuz & quer durch die Republik reisen, was wir verhindern wollten. Wenn nämlich z. B. Trompeten, Klarinetten oder Querflöten wegfallen, fehlt etwas. Immerhin spielen wir oft sechsstimmige Stücke! Allgemeiner Wunsch war es somit, gemeinsam den D1-Schein zu machen.

Monika, Klarinette

Monika, Klarinette

Direkt nach der fünften Jahreszeit fingen daher einige Mitglieder aus Jugendgruppe und Großem Orchester an, für die D1-Prüfung zu lernen. Immer mittwochs setzte sich so nach den Jugendproben eine recht heterogene Gruppe zusammen und büffelte die Theorie hierzu. Immerhin: der jüngste Teilnehmer war 12 und der älteste 60 Jahre alt.

Björn, Trompete

Björn, Trompete

Trotz des langen Zeitraums, über den die Prüfungsvorbereitung lief, schafften es schließlich zehn Musiker/-innen, die Prüfung zu machen. Die komplette D1-Prüfung besteht aus einer einstündigen theoretischen und einer bis zu 30 Minuten dauernden praktischen Prüfung. Am letzten Wochenende der Herbstferien fand dann die theoretische und eine Woche später, am letzten Wochenende im

Herbert, Tuba

Herbert, Tuba

Oktober, die praktische statt.

Zur Theorie wurde Samstagabend nochmals der komplette Lehrstoff wiederholt und anhand von Prüfungsbögen aufgefrischt. Am Sonntag fanden sich alle zehn Prüflinge um 13:00 Uhr im Vereinsheim ein, damit sie die vorgelegten Fragen beantworten durften. Dazu gehörte neben dem theoretischen Wissen über Artikulationsbezeichnungen, Intervalle usw., auch das Erkennen eines Taktes, der vom Prüfer des VMB vorgegeben wurde.

Carina, Querflöte

Carina, Querflöte

Ähnlich lief das folgende Wochenende ab: auch hier trafen sich die Prüflinge am Vortag, um noch einmal mehrere Stunden die geforderten praktischen Übungen durchzugehen. Besonders hilfreich erwies sich hier die Übungsanleitung zur D1-Prüfung aus dem Internet.

Melina, Saxophon

Melina, Saxophon

Sonntags fanden sich die ersten Musiker bereits um 9 Uhr im Vereinsheim des Musikvereins, Auf der Helle 32a in Quadrath-Ichendorf ein, um sich warm zu spielen. Eine Stunde später war es dann so weit: der erste durfte den drei Prüfern zeigen, was er konnte. Zuerst wurde nach einem Musikstück aus dem umfangreichen Repertoire des Musikvereins gefragt, das er vorspielte – genauso wie ein Übungsstück aus dem praktischen Übungsbuch zur D1-Prüfung. Von insgesamt sieben Dur-Tonleitern mussten anschließend zwei mit dem dazugehörigen Dreiklang aus dem Kopf heraus vorgetragen werden. Da die Prüfung vor dem VMB abgelegt wurde, folgte daraufhin ein Volkslied, das auswendig in zwei Tonarten gespielt werden musste. Als letztes wurde dann die Fähigkeit, ein unbekanntes Stück vom Blatt vorspielen zu können, geprüft; dies geschah anhand eines Musikstücks von Haydn.

Die drei Prüfer sowie Lars, Klarinette, Armin, Tuba und Hans-Jörg, Trompete (v.l.n.r.)

Die drei Prüfer sowie Lars, Klarinette, Armin, Tuba und Hans-Jörg, Trompete (v.l.n.r.)

Alle zehn Prüflinge bestanden ihre praktische Prüfung mit Bravour! Für sie zahlt sich ein monatelang währendes Engagement in Sachen Musik aus. Durch den theoretischen Hintergrund und die praktischen Übungen fällt es ihnen zukünftig leichter, neue, noch unbekannte Melodien zu spielen. Aber auch die – ohnehin schon hohe – musikalische Qualität des Musikvereins wird damit weiter gesteigert.

Wir gratulieren allen Absolventen zur bestandenen Prüfung!

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